Afghanistan ist ein Land, das viele Menschen leider oft nur mit Krieg und Terror in Verbindung bringen. Davon, dass das Land aber auch tolle Menschen und eine abwechslungsreiche Küche zu bieten hat, konnten wir uns am 13. August überzeugen.

Wie in den letzten Monaten, gab es auch letzten Montag bei „Ein Teller Heimat“ wieder Köstlichkeiten aus fernen Ländern – dieses Mal aus Afghanistan. Hussain und Abdolwahad haben für uns das afghanische Festtags- und Nationalgericht Qabili Palau gekocht. Dabei handelt es sich um einen großen Berg Reis, unter dem sich Lammfleisch versteckt; das Ganze geschmückt von leuchtenden Möhrenstreifen, Rosinen und Mandeln. Abgerundet wird das Gericht durch Kardamon und Kreuzkümmel. Zum Nachtisch gab es eine mit Rosenwasser verfeinerte Milchspeise – diese kam wohl unserem deutschen Pudding am nächsten. Unser afghanisches Kochteam kannte sich bestens aus, wir vom Organisationsteam (Julius und Anja) durften aber trotzdem beim frühmorgendlichen Einkaufen und bei der Vorbereitung helfen – der Schlüssel zum Erfolg ist nämlich, dass das Gericht möglichst lange vor sich hin köchelt.

Gegen 18:30 war das Little Italy wieder bis auf den letzten Platz gefüllt. Wie auch nicht anders zu erwarten hat es wieder sehr lecker geschmeckt und es hat uns gefreut, wieder ein neues Gericht zu entdecken. Besonders toll war es, auch bei diesem Mal wieder viele neue Gesichter zu sehen und den verschiedensten Diskussionen an den Tischen zu lauschen – sei es über die Unterschiede deutscher und afghanischer Feste oder die großartigen Bildungsmöglichkeiten, die von vielen Geflüchteten in Deutschland in Anspruch genommen werden.

Für diejenigen unter euch, die zum ersten Mal unseren Blog lesen eine kurze Beschreibung von „Ein Teller Heimat“. Gekocht wird jedes Mal ein anderes Gericht. Zwei bis drei Köche oder Köchinnen bereiten ein Gericht aus ihrer ursprünglichen Heimat zu. Der Einkauf erfolgt in Absprache mit Julius Niehaus, Daniel Link und Rami Alrjoula, einem jungen Mann der aus Syrien nach Deutschland gekommen ist. Die Gäste, welche sich im Vorfeld anmelden müssen, zahlen per Spende so viel sie möchten und können. Und auch über Hilfe beim Aufräumen und Abwaschen freuen wir uns, denn gemeinsam geht es schneller. Ziel unserer regelmäßigen Abende ist der Austausch zwischen Geflüchteten und Deutschen aus allen Altersgruppen und mit allen persönlichen und beruflichen Hintergründen. Viele von uns wissen, wie schwierig es manchmal ist, miteinander in Kontakt zu kommen wenn man nicht in der Flüchtlingshilfe engagiert ist – selbst wenn man auf der gleichen Straße wohnt. Wir möchten hier mit „Ein Teller Heimat“ helfen: wir möchten buchstäblich Geflüchtete und Deutsche an einen Tisch bringen, für mehr Verständnis füreinander werben, Deutschen die Möglichkeit geben Geflüchtete aus unterschiedlichen Ländern besser kennen zu lernen, und Gelüchteten neue Perspektiven in Deutschland aufzeigen. Und was ist dafür besser geeignet als ein leckeres Essen in entspannter Atmosphäre?

Apropos leckeres Essen: es hat sich wohl rumgesprochen, dass im Little Italy nicht nur sehr leckeres italienisches Essen, sondern bisweilen auch Gerichte aus aller Welt gekocht werden. Wir planen daher für den Winter eine Veranstaltung von „Ein Teller Heimat“ im größeren Rahmen. Bisher konnten wir im Little Italy zwischen 35 und maximal 50 Leuten (im Sommer mit der Terrasse) bewirten. Wir würden uns freuen wenn wir bei der Gelegenheit auch alle Stuttgarter und Geflüchtete einladen könnten, die uns bisher tatkräftig unterstützt haben. Die Anzahl der Gäste hängt noch von der Größe der Location ab, falls aber jemand bei der Organisation helfen möchte oder jemanden kennt, der jemanden kennt usw. meldet euch gerne unter julius-niehaus@t-online.de. Wir suchen nach tatkräftigen Helfern, die uns beim Organisieren, Einkaufen, Kochen, Bewirten der Gäste oder einfach nur mit kreativen Ideen unterstützen.

An dieser Stelle natürlich einen großen Dank an Claudia, die uns wieder das „Little Italy“ zur Verfügung gestellt hat. Der nächste „Teller Heimat“ wird aufgrund der Sommerpause gegen Mitte/Ende September stattfinden. Genaue Daten werden noch bekannt gegeben. Amir wird uns dann mit Köstlichkeiten aus Eritrea verwöhnen. Anmeldungen und Fragen gehen ab jetzt an eine neu von uns eingerichtete E-Mail-Adresse: 1teller@freundeskreis-süd.de

Vielen Dank an alle für den tollen Abend und die inspirierenden Gespräche. Wir freuen uns auf’s nächste Mal!

PS: und ein großes Entschuldigung an diejenigen, denen wir leider absagen mussten!

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