Integration geht durch den Magen – das haben wir uns gedacht als wir die Veranstaltungsreihe „Ein Teller Heimat“ ins Leben gerufen. Was es damit auf sich hat könnt ihr im Folgenden lesen.

„Helfenden helfen. Flüchtlingen helfen“ – unter diesem Motto hat die Studienstiftung des Deutschen Volkes 2016 eine Spendenkampagne zugunsten von Flüchtlingsprojekten durchgeführt, die maßgeblich von eigenen Stipendiatinnen und Stipendiaten mitgetragen werden. Aus einer Vielzahl von Vorschlägen hatten wir das Glück, als eine von 82 Initiativen in Deutschland ausgewählt und finanziell gefördert zu werden. Die folgenden Veranstaltungen sollen sich durch Spendengelder der Teilnehmer finanzieren. Auf „Eintrittsgelder“ möchten wir bewusst verzichten.

Ziel unseres Projektes ist ein monatliches Zusammenkommen in entspannter Atmosphäre bei dem Flüchtlinge und freiwillige Stuttgarter für die „Verköstigung“ der anderen Teilnehmer zuständig sind. Dabei soll immer etwas aus den verschiedenen Herkunftsländern gekocht werden.

Mit dem Little Italy in Stuttgart Süd konnten wir gleich eine tolle Location für die erste Veranstaltung (und hoffentlich auch für die Zukünftigen) gewinnen, da die Inhaberin des gemütlichen Restaurants Claudia Reiss uns dieses an ihrem Ruhetag zur Verfügung stellt.

Kulinarisch sollte die Reise am ersten Abend nach Westafrika, genauer nach Ghana gehen. Benjamin und Hubert – beide aus Ghana und seit etwa einem Jahr in Deutschland, haben für uns ein leckeres Menü zusammengestellt. Auch wenn Vorspeisen in Ghana unüblich sind, haben wir zu Anfang Plantenenchips (Kochbanane) mit verschiedenen Dips auf die Tische gestellt. Die Hauptspeise war eines der Nationalgerichte in Ghana – Waakye. Dabei handelt es sich um ein Reis- und Bohnengericht welches durch die „Waakye-Leafes“ seine typisch rote Färbung erhält. Dazu gab es eine Auswahl von „Toppings“ (z.B. Hühnchen, Avocado, gebratene Kochbanane etc.). Die Zutaten haben wir zuvor in diversen Africa-Shops in Stuttgart gekauft.

Beworben wurde die erste Veranstaltung über verschiedene Kanäle. So haben wir nicht nur den Mail-Verteiler des Freundeskreises und die Facebook-Seite des Little Italys genutzt, sondern haben auch direkt im Flüchtlingsheim an der Böblinger Straße die Bewohner angesprochen. Dazu sind wir von Tür zu Tür gegangen um noch andere Begeisterte für unsere Veranstaltung zu gewinnen.

Das ist uns offenbar gelungen, denn pünktlich um 19 Uhr war der Andrang auf das Little Italy so groß, dass wir mit 35 Plätzen leider nicht für alle genug Platz hatten. Zwar haben wir um vorherige Anmeldung per Mail gebeten, allerdings schien sich die Veranstaltung wohl rumgesprochen zu haben J

Hubert, Benjamin und ein paar Freiwillige waren mit ihren Vorbereitungen schon im vollen Gange, sodass wir uns zeitnah an den gedeckten Tisch setzen konnten. Darüber hinaus, dass es allen sehr gut geschmeckt hat, sind einige tolle Unterhaltungen zustande gekommen. Interessant war es zum Beispiel, über die Essgewohnheiten und Bräuche in den verschiedenen Ländern zu hören.

Uns hat an dem Abend besonders die ungezwungene Atmosphäre gefreut. Da buchstäblich alle am gleichen Tisch sitzen, kommt man automatisch in den Kontakt und hat die Möglichkeit, sich besser kennenzulernen – nicht nur für Stuttgarter und Flüchtlinge, sondern auch für die Geflüchteten verschiedener ethnischer Gruppen untereinander.

Auf jeden Fall möchten wir die Veranstaltungsreihe nach dem großen Interesse weiterführen. Wir werden hier, über den Mail-Verteiler und die Facebook-Gruppe des Freundeskreises über die nächsten Veranstaltungen berichten. Danken möchten wir an dieser Stelle natürlich unseren fleißigen Köchen Hubert und Benjamin, aber auch Claudia Reiss und Reinhard Otter für die tatkräftige Unterstützung.

Bei Anmeldungen für einen unserer Abende, Anregungen, Kommentare usw. kontaktiert uns gerne unter julius-niehaus@t-online.de. Wir freuen uns auch immer über Freiwillige, die gerne beim Kochen mithelfen möchten J

Julius Niehaus und Georg Ulrich

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