Dank privater Spenden konnte jetzt auch in der Flüchtlingsunterkunft Burgstallstraße  ein freier WLAN-Zugang eingerichtet werden. 

Spenden und der Einsatz einiger Freundeskreis-Mitglieder haben die Einrichtung eines Telefon-/VDSL-Anschlusses sowie die Anschaffung der notwendigen Geräte ermöglicht. Auch die Stadt Stuttgart hatte nach einigem hin und her die Schaltung eines privat verantworteten Telekom-Anschlusses in der Unterkunft genehmigt. Zur Erinnerung: Die Stadt und die Sozialträger kommen nicht für Telefon- oder Internetanschlüsse in Flüchtlingsunterkünften auf, die Bewohner können aber in der Regel auch nicht selbst einen Festnetz-Internetanschluss beauftragen.

Deshalb sind Flüchtlinge in der Regel auf teure  Mobilfunk-Internetverträge angewiesen, wenn sie per WhatsApp, Skype, Mail oder World Wide Web untereinander, mit ihrer Heimat oder auch mit Nachbarn und deutschen Betreuern  kommunizieren wollen. Gerade letzteres bewährt sich im Alltag immer mehr, da sich Nachrichten in Social-Media-Diensten wie Facebook oder WhatsApp ganz einfach im Smartphone übersetzen lassen. So leistet das Internet auch einen wertvollen Beitrag zur Kommunikation, zur Integration und beim Spracherwerb. Ein offenes WLAN in Unterkünften mit der Technik von Freifunk Stuttgart  löst das Dilemma sicher und vergleichsweise günstig. In Stuttgart Süd hatte die Unterkunft in der Böblinger Straße vor einem guten Jahr den Anfang mit einem freien Internetzugang gemacht 

In der Burgstallstraße sorgen nun fünf Freifunk-Router, die über die gesamte Anlage verteilt wurden, für eine gute WLAN-Abdeckung in praktisch allen Räumen. Freifunk macht den offenen Internetzugang möglich, indem die mit spezieller Software ausgestatteten Freifunk-Router den Datenverkehr durch den Anschluss der Telekom „tunneln“ und über eigene Server des Freifunk-Vereins im In- und Ausland leiten, die ähnlich wie die Telekom selbst und andere Internetprovider von der Störerhaftung ausgenommen sind. Der Inhaber des Telefonanschlusses gibt somit die Verantwortung für den Datenverkehr an den Freifunk-Verein ab. In ganz Deutschland werden derzeit immer mehr öffentliche Orte, Flüchtlingsunterkünfte und teils sogar ganze Innenstädte mit freiem WLAN versorgt.

Freifunk kann übrigens Jedermann/frau/kind selbst nutzen, indem man einen Freifunk-Router an seinen normalen Internetanschluss hängt. So können etwa Gäste problemlos surfen, ohne dass man ihnen die Zugangsdaten für das eigenen lokale Heimnetzwerk geben muss – nicht umsonst umschreiben Freifunker ihre Technik als „Digitale Gastfreundschaft“. Die Einrichtung eines Freifunk-Knotens ist einfacher als man denkt: Wer einen DSL-Anschluss selbst einrichten kann, der schafft auch das – dank der guten Anleitungen der Freifunker. Über 1000 solcher freier Internetzugänge gibt es im Großraum Stuttgart bereits.

 

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