Am Sonntag fand in der Matthäuskirche am Erwin Schöttle Platz bereits der dritte Auftritt des im November letzten Jahres gegründeten „One World Chores“ statt.
Der Chor, bestehend aus Sängern und Sängerinnen aus verschiedenen Chören Stuttgarts, aus Menschen aus unserem Freundeskreis, aus Bewohnern des Generationenhauses und aus Flüchtlingen mehrerer Unterkünfte in Stuttgart wird so langsam aber sicher zu einem echten . Ursprünglich waren nur Bewohner aus der Böblingerstr beteiligt, als der Chor sich anlässlich unseres Willkommensfestes im November 2015 gründete. Nun haben diese – aus Begeisterung der letzten 2 Auftritte – dieses Mal auch Freunde und Bekannte aus anderen Unterkünften dazu mitgebracht.

Dieser bunte, fröhliche Haufen aus so vielen Nationalitäten und Religionen sang nun am Sonntag auf Einladung des Asyl-Pfarrers Schlecht im Rahmen eines Gottesdienstes in der Matthäuskirche unter dem Motto „Auch Ihr wart fremd“. Die Gefühle, so viele verschiedene Religionen in einem Gottesdienst vereint zu sehen – mit Textblättern der Predigt und der Lieder auf 5 verschiedenen Sprachen – waren (auch für Nicht-Religionsangehörige) überwältigend. Und man fragt sich ernsthaft, wieso es nicht überall auf der Welt so sein kann…

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Kurzer Hand wurde am Samstag, der einzigen Probe, zusätzlich zum schon bekannten „We are the World“-Song und einem eritreischen Lied auch noch ein arabisches Lied und ein Tanz mit hebräischem Gesang einstudiert. Und auch wenn bei den Proben noch alles sehr chaotisch klang, waren alle Sänger, auch die ganz Kleinen, beim Auftritt plötzlich sehr konzentriert und mit Leib und Seele dabei.

Der hebräische Tanz,der zum Abschluss zusammen mit den anderen Gottestdienstbesuchern getanzt wurde, endete mit einem laut ausgerufenen „Halleluja“ einer Sängerin. Spontan fiel sie in ein interpretiertes Gospel ein, bei der die Menschen um sie herum einstiegen: „We are international!“ Sänger wie Besucher waren begeistert und konnten sich anschliessen gemeinsam bei Brot, Wasser und Wein noch zwanglos in kleinen Grüppchen unterhalten, die Kinder spielten Fangen in der Kirche, Herr Schlecht verteilte Rosen an alle Anwesenden. Ein etwas anderer Sonntag Abend – für alle Beteiligten!

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Ermöglicht wurde dies alles durch einen längeren Vorlauf für die Organisation, dank Flugblättern und Aushängen auf sechs verschiedenen Sprachen in den Unterkünften, durch die immer wieder neue Suche nach Chorleiter und Pianistin, durch die Leute aus dem Freundeskreis, die im Haus von Tür zu Tür gingen, um die Bewohner zu animieren und abzuholen, und mit ihnen (darunter viele Kinder) Samstags zur Probe und am Sonntag zum Auftritt zu schlendern – „deutsches“ Lauf-Tempo kann man hier getrost vergessen. Und nicht zuletzt will ein One-World-Chor auch verpflegt werden. So stand Sonntagnachmittags eine große Tafel aus Biertischen mitten in der Kirche, auf der zwischen Generalprobe und Gottesdienst kartonweise Pizzen serviert wurden.

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